Magazin Schiedel-Exchange on TechnoSociety Nr. 6: Corona in/and the TechnoSociety

Magazin Schiedel-Exchange on TechnoSociety Nr. 6: Corona in/and the TechnoSociety

Der von der Friedrich Schiedel-Stiftung geförderte Friedrich Schiedel-Lehrstuhl für Wissenschaftssoziologie an der Technischen Universität München nähert sich in der im Juli 2020 erschienenen Ausgabe des Magazins „Schiedel-Exchange on TechnoSociety“ der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen auf das Leben in der technisierten Gesellschaft. In verschiedenen Perspektiven und Textformaten geht es um die sozialwissenschaftliche Betrachtung beider Dynamiken, die in der „coronifizierten“ und sich auf diverse Technologien stützende Gesellschaft zu Tage treten: Einerseits die Entschleunigung, Unterbrechung beziehungsweise das beinahe vollständige Erliegen des öffentlichen Lebens in den urbanen Räumen, im Konsum, Verkehr und bei Kulturevents, andererseits die – durch Technologisierungsschub – beschleunigten und gewachsenen digitalen Räume in der Arbeitswelt, der Bildung und im politischen Engagement. Gesellschaftliche Akteure teilen in alltäglichen und professionellen Lebensbereichen die Erfahrungen der Fragilität und Verletzbarkeit; bewerten (neu) ihren Glauben an die Veränderungsmacht neuer Techno-logien – und tragen in verschiedenen Formen zu sozialen Innovationen bei.

Die einzelnen Magazin-Beiträge widmen sich beispielsweise den Fragen, ob und wie der Corona-Schock zum systematischen Ausbau digitaler Infrastruktur an Schulen führen kann (Jana Heinz) und ob die abrupte Re-Organisation von Arbeitsformen eine dauerhafte und partizipative Umgestaltung der Arbeitswelt nach sich zieht (Uwe Jochum). Das Augenmerk wird außerdem auf die digitalpolitischen Zuständigkeiten bei der Entwicklung von Tracking-Apps (Jan-Hendrik Passoth) sowie auf die Kommunikation alternativer Fakten in der Corona-Krise und die Rolle der sozialen Medien als Echokammern von Verschwörungs-theorien (Sascha Dickel). Nachgezeichnet werden außerdem auch die terminologischen und konzeptuellen Spannungen im gesellschaftspolitischen Diskurs (Barbara Sutter und Andrea Schikowitz): Ist der Shutdown ein Gegenbild zum Konzept der aktivierten Bürgergesellschaft? Welche Formen kann soziales und zivilgesellschaftliches Engagement in Zeiten von Social Distancing annehmen; wie sind die Abstandsgebote mit solidarischer Nähe zusammenzubringen? Und wenn die „guten“ Bürger*innen zuhause bleiben, wie funktionieren dann Kritik und öffentlicher Protest? Wie lässt sich Kritik und Kontroverse austragen, ohne gleichzeitig auch den Virus zu verbreiten?

Zur Mitarbeit an der sechsten Ausgabe des Magazins waren neben den Mitarbeiter*innen des Friedrich Schiedel-Lehrstuhls für Wissenschaftssoziologie an der TU München auch andere Expert*innen und Forscher*innen eingeladen – u.a. vom Münchner Markt-forschungsinstitut Ipsos, Deutschen Jugendinstitut (DJI), Institut für Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz oder Institut für Technikfolgeabschätzung und Systemanalyse (ITAS) Karlsruhe.

Das Magazin Schiedel Exchange Nr. 6_Corona können Sie hier als PDF herunterladen.